
Schotterverklebung und Schotterstabilisierung im Gleisbau
Terra System verklebt Gleisschotter maschinell mit dem Epoxidharz GREBOPOX® – gegen Schotterflug, zur Stabilisierung von Weichen und Übergängen und zur Sicherung von Baustellen im laufenden Betrieb.
Technische Beratung anfragenAls eines der marktführenden Unternehmen in der konstruktiven Schotterverklebung steht Terra System für langjährige Erfahrung im Gleisbau. Das System ist vom Eisenbahn-Bundesamt zugelassen und bei Bahnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, England, Japan, Australien und Kanada im Einsatz.
Was ist Schotterverklebung?
Bei der Schotterverklebung wird ein flüssiges Zweikomponenten-Bindemittel auf das Schotterbett aufgetragen. Es verbindet die Steine an ihren Kontaktpunkten, ohne die Hohlräume zu füllen. So bleibt der Schotter an Ort und Stelle, während Wasser weiter ungehindert abfließt. Je nach Aufgabe wird nur die Oberfläche, die Schotterschulter oder das Schotterbett in der Tiefe verklebt.
Die Begriffe Schotterverklebung, Schotterstabilisierung und Schotterverfestigung bezeichnen im Gleisbau dasselbe Prinzip.

Anwendungen
Schutz vor Schotterflug
Bei hohen Geschwindigkeiten, vor allem in Tunneln und auf Brücken, wirbeln der Sog vorbeifahrender Züge und herabfallendes Eis Schottersteine auf. Sie beschädigen Schienen, Fahrzeuge und Anlagen im Nachbargleis. Eine Oberflächenverklebung fixiert die obere Schotterlage dauerhaft. Die Wirksamkeit gegen Schotterflug wurde durch Untersuchungen der DB, der SNCF und der JR bestätigt. Für das Verfahren besteht Patentschutz.
Weichen, Isolierstöße und Querverschiebewiderstand
Höhere Geschwindigkeiten und Achslasten belasten Weichen, Isolierstöße und enge Bögen besonders. Die Tiefenverfestigung erhöht den Querverschiebewiderstand gegenüber einem normal eingeschotterten Gleis um das 8- bis 10-Fache und verlängert die Stopfintervalle deutlich.
Übergänge zwischen Schotteroberbau und Fester Fahrbahn
An Übergängen treffen unterschiedliche Steifigkeiten und Setzungen aufeinander. Das verursacht hohen Instandhaltungsaufwand. Eine stufenweise auslaufende Verklebung, zum Beispiel über eine Länge von 51 m, gleicht diese Unterschiede aus. In Frankreich ausgeführte Übergänge waren nach acht Jahren Betrieb völlig intakt.
Baustellenabsicherung im Nachbargleis
Beim Bodenaustausch im Nachbargleis liegt das Planum etwa 1 bis 1,5 m unter Schienenoberkante. Vorbeifahrende Züge und Verdichtungsgeräte können dann Schotter vor dem Schwellenkopf ins Rollen bringen und die Querstabilität des Betriebsgleises gefährden. Eine temporäre Verklebung sichert das Betriebsgleis.
Böschungen und Schotterschulter
Verklebte Böschungen und Schotterschultern sind gegen Erosion und Abrutschen gesichert. Auch wo aus konstruktiven Gründen kein ausreichender Schottervorbau vor dem Schwellenkopf möglich ist, erreicht die Verklebung den erforderlichen Querverschiebewiderstand.
Bahnsteige, Haltestellen und Fluchtwege
Im Haltestellenbereich ist der Schotter oft stark verschmutzt. Beim Absaugen werden lose Steine mitgerissen, Hochdruckreiniger verlagern sie. Eine Oberflächenverklebung macht den Schotter reinigungsfähig. Verklebter Splitt bildet zudem begehbare Flucht- und Arbeitswege.
Schutz von Kupferleitungen
Ein patentrechtlich geschütztes Spezialverfahren erschwert den Diebstahl von Kupferkabeln im Gleisbereich.
Bewuchs vermeiden
Verklebte Flächen lassen kein UV-Licht in den Schotter, sodass Pflanzen kaum Fuß fassen. Das ist eine Alternative zur chemischen Unkrautbekämpfung.
Vorteile auf einen Blick
- Drainagefähigkeit des Schotterbetts bleibt vollständig erhalten
- Höhere Gleislagestabilität, längere Stopf- und Wartungsintervalle
- Hohe Flächenleistung, dadurch kurze Sperrpausen
- Schallabsorbierend, z. B. im städtischen Nahverkehr
- Auch bei feuchtem Schotter und leichtem Regen verarbeitbar
- Verklebter Schotter kann gestopft, aufbereitet und wiederverwendet werden – keine Sonderentsorgung
- EBA-Zulassung für den deutschen Markt
Verfahren: maschinelle Verklebung mit Zweikomponenten-Technik
Terra System arbeitet mit mobilen Zweikomponenten-Heißgießmaschinen. Harz und Härter (Amin) werden in der geschlossenen Anlage auf konstante Temperatur gebracht, homogen gemischt und über anwendungsgerechte Düsen direkt auf den Schotter aufgetragen. Die Maschinentechnik sorgt für eine gleichmäßige, reproduzierbare Eindringtiefe.
| Eindringtiefe | je nach Schotterkörnung bis 30–60 cm |
|---|---|
| Verarbeitungszeit | gut 30 Minuten |
| Aushärtezeit | 3–6 Stunden |
| Verarbeitung | ab 2 °C, auch bei feuchtem Schotter |
| Maschinenleistung | ca. 5, 10, 25 und 30 kg/min (vier Anlagen) |
Bindemittel: GREBOPOX® von Gremmler
GREBOPOX® ist ein epoxidharzbasiertes, restfeuchtestabiles Bindemittel der Gremmler Bauchemie GmbH, entwickelt speziell für den Außenbereich. Es ist ab 2 °C verarbeitbar und hat die Brandklasse A2fl-s1 nach DIN EN 13501. Damit ist es für Tunnelbereiche auf DB-Strecken zugelassen.
Terra System arbeitet seit 2012 im Rahmen einer exklusiven Kooperation ausschließlich mit GREBOPOX® als Schotterverklebeharz. Gremmler stellt das Bindemittel her, Terra System plant und führt die Verklebung aus.

Nachweise und Zulassungen
- Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA)
- Regelbauweise der Deutschen Bahn für verschiedene Anwendungen
- Brandklassifizierung A2fl-s1 nach DIN EN 13501, zugelassen für Tunnelbereiche auf DB-Strecken
- Langzeitprüfung über 125 Mio. Lasttonnen – das entspricht etwa sieben Betriebsjahren eines durchschnittlich ausgelasteten Gleises – ohne Schäden an der Verklebung
- Belastungsprüfungen am Prüfamt für Bau von Landverkehrswegen der TU München: Verschiebeversuche mit 90 kN, elastische Einfederung ca. 0,1 mm
- Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015
Downloads und Nachweise
- Prospekt Schotterstabilisierung im GleisbauPDF, 3,4 MB
- GREBOPOX® Klassifizierungsbericht Brandverhalten nach DIN EN 13501Exova Warringtonfire, Nr. 2005-1858-K1-1 · PDF, 100 KB
- Prüfbericht Frost-Tausalz-Beständigkeit von epoxidharzgebundenem GleisschotterISFT Mendig · PDF, 950 KB
- Zertifikat ISO 9001:2015 – Terra System GmbHIT_ZERT, gültig bis 13.07.2027 · PDF, 90 KB
Projektablauf
- 1
Anfrage
Strecke, Anwendung, Fläche bzw. Länge und gewünschtes Zeitfenster.
- 2
Technische Klärung
Begehung oder Planunterlagen, Auswahl des Verfahrens: Oberfläche, Schulter oder Tiefenverfestigung.
- 3
Angebot und Planung
Abgestimmt auf Sperrpausen und Betriebsabläufe.
- 4
Ausführung
Maschinelle Verklebung vor Ort mit eigener Maschinentechnik.
Häufige Fragen zur Schotterverklebung
Wie lange dauert die Aushärtung?
+
Die Verarbeitungszeit beträgt gut 30 Minuten, die Aushärtezeit 3 bis 6 Stunden. So lassen sich Verklebungen in üblichen Sperrpausen ausführen.
Bei welchen Temperaturen kann verklebt werden?
+
GREBOPOX® ist ab 2 °C verarbeitbar. Die Heizung der Mischanlagen hält Harz und Härter auf konstanter Temperatur und erleichtert so die Verarbeitung bei niedrigen Luft- und Bodentemperaturen.
Kann bei Feuchtigkeit gearbeitet werden?
+
Ja. Das Bindemittel ist restfeuchtestabil und bei feuchten Steinen und leichtem Regen verarbeitbar.
Bleibt das Schotterbett drainagefähig?
+
Ja. Die Steine werden nur an ihren Kontaktpunkten verbunden, die Hohlräume bleiben offen. Auch bei Starkregen oder Reinigung mit Hochdruck wird der Schotter nicht ausgewaschen.
Kann verklebter Schotter gestopft oder ausgebaut werden?
+
Ja. Verklebter Schotter lässt sich stopfen, aufbereiten, wiederverwenden oder neu verkleben. Eine Sonderentsorgung ist nicht nötig.
Ist das Verfahren für Tunnel geeignet?
+
Ja. GREBOPOX® hat die Brandklasse A2fl-s1 nach DIN EN 13501 und ist für Tunnelbereiche auf DB-Strecken zugelassen.
Arbeiten Sie auch außerhalb Deutschlands?
+
Ja. Das System ist unter anderem in Österreich, der Schweiz, Frankreich, England, Japan, Australien und Kanada im Einsatz.
Alle Leistungen im Gleisbau im Überblick: Gleisbau bei Terra System
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